Der grüne Baumpython – Morelia Viridis

  alles zur Haltung, Einrichtung, Fütterung, Technik

Der grüne Baumpython

Morelia Viridis – alles zur Haltung, Einrichtung, Fütterung und Technik im Terrarium

 

In der Rubrik Art für Art stelle ich die von uns gehaltenen Schlangen Arten vor. Der grüne Baumpython gehört wohl zu den schönsten aboricol lebenden Riesenschlangen die es in der Reptilienhaltung gibt. Trotzdem ist es immer schwer an gesunde und stabile Deutsche Nachzuchten zu kommen da die Nachfrage stets höher als das Angebot ist. Das liegt mitunter auch daran, dass die Inkubation und Aufzucht von Baumpythons nicht zu den leichtesten Dingen in der Reptilienzucht gehört.

Im Folgenden werde ich meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in der Haltung vom grünen Baumpython – Morelia Viridis wiedergeben.

Gerne teile ich meine Erfahrungen öffentlich und biete Einsteigern in die Welt der Terraristik und vor allem rund um die Schlangenhaltung und Zucht wichtige Informationen und Tipps.
Es ist essentiell, in Zeiten der digitalen Informationsbeschaffung, richtige und vor allem wahrheitsgemäße Informationen an die nachfolgenden, interessierten Neueinsteiger der Terraristik Welt weiterzugeben.

Die passende Fachliteratur zum grünen Baumpython – alles zur Haltung, Einrichtung, Fütterung und Technik im Terrarium, findest du in dieser kleinen Übersicht:

 

Beschreibung und Lebensweise von Morelia Viridis

  • Das Verbreitungsgebiet vom grünen Baumpython umfasst ganz Papua Neuguinea, benachbarte Inseln sowie kleine Bereiche von Cape York (Australien)
  • Der Grüne Baumpython zeichnet sich durch einen verhältnismäßig schlanken Körper aus. Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt. Er ist auf der Oberseite aufgewölbt, die Schnauze ist groß und eckig. Die Labialgruben erscheinen sehr dominant vor allem bei der Lokalvariante Biak. Der Körper ist im Querschnitt dreieckig. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 150 bis 180 Zentimeter, große Weibchen vor allem Biaks erreichen eine Länge bis 200cm. Die Größe variiert je nach Herkunftsgebiet.
  • Angelehnt an diese Vorgaben, sollte man den Tieren Bedingungen schaffen, die der natürlichen Lebensweise am nähsten kommt. 

 

Haltung vom grünen Baumpython

  • Die Haltung von Morelia Viridis im Terrarium findet bei uns geschlechtsspezifisch statt. Da die Weibchen von Morelia Viridis um einiges größer werden als die Männchen sind die weiblichen Tiere in Kunstoff Terrarien mit den Maßen 120cm x 70cm x 90xm (lxbxh) untergebracht. Natürlich halten wir den grünen Baumpython wie auch alle anderen Schlangen einzeln und sind kein Freund von Paarhaltungen in einem Becken. Das Terrarium sollte ausreichend dimensioniert sein, da die Tiere am Abend (nachtaktiv) den Platz gerne in Anspruch nehmen um auf Beutejagd zu gehen. Ebenso lässt sich ein geeigneter Temperaturgradient in einem Terrarium mit diesem Maß sehr schön verwirklichen.

 

  • Die wichtigsten Parameter in der Haltung von Morelia Viridis sind sicherlich die Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie der ständige Luftaustausch und die Fütterung. Man darf nicht vergessen, dass der grüne Baumpython nicht auf dem Boden sonder knapp über dem Boden bis hin in die Baumwipfel leben.Wir halten unsere Baumpythons bei einer Tagestemperatur von max. 31-32°C. Eine Nachtabsenkung auf 24-26°C erfolgt das ganze Jahr über gleich. Der Luftaustausch ist mitunter der wichtigste Faktor, aber leider auch oft der Faktor, der meist vernachlässigt wird. Es gibt nichts schlimmeres als Stauluft und Staunässe in den Terrarien von aboreal lebenden Schlangen wie der von Morelia Viridis. Es ist unbedingt beim Kauf oder Bau des Terrariums darauf zu achten, dass ausreichend Lüftungsflächen vorhanden sind, die den Austausch von verbrauchter und frischer Luft garantieren. Ebenso dürfen die Lüftungsflächen der Terrarien nicht zu nah an einer Wand stehen, da dies ebenfalls den ständigen Luftaustausch behindert.
    Desweiteren sollte das Substrat im Terrarium nie nass sein sondern nur feucht, damit es im Laufe des Tages wieder abtrocknen kann.

Einrichtung eines Terrarium für Morelia Viridis

 

  • Ich verwende als Bodensubstrat für die Baumpythons gepresste Kokos und Humusziegel, die in warmen Wasser gelöst werden und so ein sehr angenehmes, feuchtigkeitsspendendes Substrat bilden.
    Der Bodengrund wird 1-2 mal täglich mittels Drucksprüher leicht besprüht, sodass sichergestellt ist, dass die Luftfeuchtigkeit im Terrarium erhöht ist.
    Da der grüne Baumpython arboricol lebt, d.h. baumbewohnend, werden mindestens 2-3 horizontal verlaufende Liegeäste angeboten. Am besten sind die verschiedenen Liegeäste (hierzu eignen sich diverse Holzarten) in unterschiedlichen Höhen anzubringen, sodass die Schlange sich ihren Vorzugsbereich frei wählen kann. Die Liegeäste in unseren Terrarien sind so angebracht, dass man den Ast frei aus der Verankerung nehmen kann, falls dieser ausgetauscht werden muss.
    Neben einer LED Beleuchtung (Unterbauleuchte) sind auch Echtpflanzen wie Efeutute (Epipremnum aureum) und Dieffenbachia im Terrarium ein Bestandteil der Einrichtung. Diese wachsen im Spektrum des Lichts hervorragend und eignen sich auch wunderbar zum Aufrechterhalt des Mikroklimas. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Terrarium von Morelia Virids hat keinen negativen Einfluss auf den Pflanzenwuchs, eher im Gegenteil: Die Pflanzen gedeihen in diesem Spektrum sogar so gut, dass sie 1-2 jährlich gekürzt werden müssen.
    Als Trinkmöglichkeit haben wir bei unseren Tieren keine Keramiknäpfe am Boden des Terrariums stehen sondern aus Kunstoff angefertigte, an die Wand befestigende Trinkmöglichkeiten (siehe Photo) Diese haben einen Einmalbecher und somit ist der hygienische Wasserwechsel nach 3-5 Tagen stets garantiert.
    trinkhalterung
    trinkhalterung

Technik im Terrarium von Morelia Viridis

 

  • Um im Terrarium einen perfekten Temperaturgradienten für den grünen Baumpython zu schaffen, bietet sich die Möglichkeit, Heatpanels oder Seitenwandheizungen gesteuert über ein Thermostat anzubringen. Die passende Temperatur ist sehr wichtig. (Temperaturgradient von lokal 31-32°C bis hin zu kälteren Regionen im Terrarium von 23-26°C)  In meinen Terrarien kommen beide Varianten zum Einsatz und dies ist nach wie vor meine Empfehlung für die Beheizung des Terrariums für Morelia Viridis. Grüne Baumpythons brauchen keine besondere UV-Strahlung, daher ist die Lichtquelle sekundär.

    Sollte trotzdem ein Spotstrahler verwendet werden, muss unbedingt sicher gestellt sein, dass ein passender Schutzkorb um den Heizstrahler montiert wird.

    Morelia Viridis spüren leider erst viel zu spät wenn sie sich Verbrennungen zuziehen.Der Halter muss unbedingt darauf achten, dass das Tier keinen direkten Kontakt zur Heizquelle hat, da die Oberflächentemperatur deutlich zu heiß ist.

  • Für die Steuerung der Temperatur wird unbedingt ein Thermostat verwendet. Ein Thermostat wie beispielsweise der Thermo Controll Pro II besitzt einen Temperaturfühler. Dieser schaltet ab, sobald die eingestellte Wunsch Temperatur  erreicht wird.  Wird es im Terrarium zu kalt, aktiviert das Thermostat die Heizquelle. Auch das Abschalten ist eine wichtige Funktion und darf an heißen Sommertagen nicht unterschätzt werden.  Vor allem bei Terrarien die unter dem Dach positioniert sind.
  • Folgende Thermostat Modelle sind bei uns in den Terrarien im Einsatz:
  • Verschiedene Rückwandgestaltungen sind möglich. Ich verwende lediglich Naturkork/Schwarzkork, den ich an Rück und Seitenwände anbringe. Zum einen ist Naturkork/Schwarzkork optisch recht ansprechend ebenso isoliert er sehr gut Rück und Seitenwände.
  • Zur richtigen Terrariumwahl habe ich folgenden Beitrag in unserer Blog Sektion verfasst.
  • Zur einfachen Kontrolle der Temperatur wird ein Laser Thermometer eingesetzt. Damit wird unmittelbar kontrolliert, ob die Temperaturen in den unterschiedlichen Bereichen passend sind.

 

Fütterung von Morelia Viridis

  • Wir haben folgenden Fütterungsintervall:
    • Juvenil (Jungtier) : alle 7 Tage
    • Subadult (halb ausgewachsen): 14-21 Tage
    • Adult (erwachsen): 21-28 Tage
  • Die Größe des Futtertieres wächst proportional mit der Schlange, d.h., die Futtertiergröße richtet sich nach der Körpergröße der Schlangen. Das Futtertier sollte so groß sein, dass zwar eine kleine Beule zu sehen ist, jedoch auch nicht viel mehr, da zu große Beutetiere nicht angemessen verdaut werden können. Dies kann sogar dahin führen, dass die Futtertiere aufgasen und der Baumpython das Futtertier erbricht. Das es dazu nicht kommt, füttere ich nach dem Leitsatz “Weniger ist mehr”
  • Das Tierschutzgesetz erlaubt es nicht, Schlangen mit lebend Futter zu füttern. (siehe §17, 18 Tierschutzgesetz) deshalb greifen wir bei der Fütterung von Morelia Viridis zu Frostfutter.
    Ein Vorteil der Frostfütterung ist die Minimierung des Verletzungsrisiko für den Hundskopfschlingers. Dieser kann nicht von einer sich wehrenden Maus oder Ratte verletzt werden.
    Man kann seinen Vorrat an Frostfutter anpassen an die Größe seines Bestandes sowie an die Größe der fressenden Baumpythons.
  • Bei der Fütterung mit Frostfutter muss lediglich beachtet werden, dass das Futtertier ordentlich aufgetaut und etwas erwärmt werden muss, da der Baumpython mittels Wärmesinn die Beute aufsucht.
    Zum Auftauen kann das Futtertier z.B. auf eine Heizung gelegt werden. Alternativ funktioniert auch das Auftauen in einem Wasserbad. (Achtung! Nicht zu heiß !)
  • Gibt es doch Halter die ihre Tiere lebend füttern, darf auf keinen Fall das Futtertier über Nacht im Terrarium vonm grünen Baumpython belassen werden. (Verletzungsgefahr ausgehend vom Futtertier gegen den Baumpython)
  • Für die Fütterung empfiehlt sich eine Pinzette mit Innenzahnung, somit kann das tote Beutetier besser fixiert werden.

Schutzstatus Morelia Viridis

  • Morelia viridis fällt unter das Washingtoner Artenschutzabkommen Anhang II, das bedeutet, dass man vom Verkäufer ein Herkunftsnachweis bekommt. Die Tiere sind meldepflichtig und müssen bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde deines Landkreises angemeldet werden.